Beziehungsweise – Umgang mit ehemaligen Lebenspartnern

Man liebt sich, man liebt sich nicht. Aus ganz nah wird auf einmal ganz fern. Wie gehen wir eigentlich damit um, wenn eine Beziehung auseinandergegangen ist?

Ich kenne so viele Menschen, die in einer Beziehung waren, die dann irgendwann einmal auseinandergegangen ist. Mich hat das natürlich auch betroffen, denn ich war auch mal verheiratet. Klar, das Ende einer Liebe und einer Beziehung schmerzt, eine Trennung ist ein Verlust, den wir verarbeiten müssen. Dem ehemaligen Partner dann freundlich, respektvoll und fair zu begegnen, fällt vielen nicht leicht.

In meinem persönlichen wie auch in meinem beruflichen Alltag erlebe ich es sehr, sehr häufig, dass Menschen dann einfach gar nicht mehr miteinander reden und umgehen können. Oder aber, dass sie nicht aufhören können, einander stetig zu provozieren. Wie kommt es dazu? Schließlich ist ein Stück des Lebens gemeinsam gegangen.

Auch ich habe zwei sehr lange Beziehungen hinter mir. Mit einer Frau war ich verheiratet, mit einer anderen habe ich eine Lebenspartnerschaft geführt. Beide Beziehungen endeten völlig unterschiedlich.

Während ich mit meiner ehemaligen Frau, mit der ich auch zwei Kinder habe, heute noch reden kann, und wir uns – nicht nur wegen der Kinder – noch in die Augen schauen können, fällt das bei der ehemaligen Lebenspartnerin wesentlich schwerer. Und das liegt nicht zwingend daran, dass wir keine gemeinsamen Kinder haben, sondern eher daran, dass wir Menschen einfach nicht in der Lage sind zu erkennen, was tatsächlich gewesen ist.

Wir sind mit einem Menschen zusammen (gewesen), weil wir diese Person lieben. Und wir sind meistens sogar länger in einem positiven Gefühl mit diesem Partner als in einem negativen. Und dennoch konzentrieren wir uns im Nachhinein oft nur auf das Negative und sagen, was alles Mist war. Wir erkennen nicht, welche Chancen sich uns ergeben und geboten hatten. Wir erkennen nicht, welche Zeit wir oftmals zusammen schön durchs Leben gegangen sind. Wir sehen immer nur die negativen Dinge.

Doch genau darin liegt auch die Chance für einen Neuanfang: Eine Chance zu erkennen, was die Beziehung und die Trennung uns sagen soll. Warum ging die Beziehung auseinander? Was ist mein Beitrag dazu? Reflektieren – was habe ich falsch gemacht? Und im nächsten Schritt überlegen, was ich in Zukunft besser machen könnte – und es natürlich auch umsetzen. Denn machen wir uns bitte klar: Auch diese Beziehung war fair. Es sind immer zwei Menschen die eine Situation so herbeiführen wie sie dann ist.

Um die Welt ein Stückchen besser zu machen, würde ich mir wünschen, dass es uns einfach gelingt, diese positiven Dinge wirklich zu sehen, in den Fokus zu rücken, um damit einfach das Leid und die Aggressivität, die wir in unserer Gesellschaft haben, ein klein wenig zu minimieren. Und dies ist keine Frage von Geld, dies ist einfach eine Frage von Einstellung.