Lehrmeister Misserfolg – aus Niederlagen neue Stärke generieren

Es mag vielleicht zunächst etwas hart klingen, aber um zu wachsen, braucht es Niederlagen. Egal, ob im Sport, im Beruf oder generell im Umgang mit anderen Menschen. Die entscheidende Frage ist, wie wir damit umgehen. Die Verantwortung für Niederlagen und Verluste übertragen wir oft auf andere, weil es einfacher ist, weil es für uns weniger unangenehm sein kann. Für eine Weiterentwicklung ist es aber essenziell, die Verantwortung für Entscheidungen, die getroffen oder nicht getroffen wurden, selbst zu übernehmen.

Außerdem bin ich der festen Überzeugung, dass alles, was uns im Leben widerfährt, einen Sinn hat – auch wenn wir das nicht immer gleich erkennen. Sobald wir den dahinterstehenden Sinn aber erkennen, können wir wirklich wachsen. Könnte es nicht sein, dass ein Verlust oder eine Niederlage auch etwas Positives in sich trägt?

Lesen Sie dazu meinen Artikel im aktuellen HERO MAGAZINE: »Niederlagen in Stärke verwandeln«

Die Kraft der Werte

In meinem letzten Blogartikel »Jobverlust gleich Wertverlust?« lag der Fokus auf dem Austausch von Werten als Grundlage eines Arbeitsverhältnisses. Insbesondere in den letzten Wochen hat mir meine Arbeit sehr deutlich gezeigt, wie wichtig das Thema Werte ist und welche Kraft dahintersteckt.

Die eigenen Werte zu ermitteln, ist ein spannender Prozess. Es gibt viele verschiedene Wege, sich der Sache zu nähern. Ein Weg – simpel aber effektiv – ist z. B. auf einer Liste mit Werten all jene anzukreuzen, die einem selbst wichtig sind. Das Visualisieren, Hervorheben oder Wegstreichen von Werten verschafft mehr Klarheit. Gerne stelle ich Ihnen eine Liste zur Verfügung. Schreiben Sie mir einfach.

Außerdem möchte ich Ihnen eine weitere Methode zum Erkennen der eigenen Werte ans Herz legen, die ich von Friedemann Schulz von Thun inspiriert übernommen habe. Sie erweist mir in meiner täglichen Arbeit sehr gute Dienste. Es handelt sich dabei um die »Drachenübung«.

Laden Sie sich die Drachenübung samt Anleitung hier herunter: Drachenübung.

Diese Methode hilft, die eigenen Werte klar benennen zu können und erleichtert auf Dauer Ihr Leben in sämtlichen Bereichen. Wenn Sie Ihre Werte mit anderen Menschen abgleichen, fällt es diesen wiederum ebenfalls leichter, sich auf sie einzustellen, weil Sie wissen, was Ihnen als Mensch wichtig ist.

Das gilt nicht nur für das private, sondern auch für das Arbeitsleben. Stimmen die im Unternehmen gelebten – nicht die vorgegebenen und kommunizierten – Werte mit Ihren eigenen Werten überein?

Wenn die Werte – und ich spreche hier von den gelebten Werten – zu wenig Übereinstimmung haben, dann werden Sie über kurz oder lang vermutlich das Unternehmen wechseln. Ich möchte Sie als Unternehmer daher bitten, die gelebten (und nicht die kommunizierten aber nicht gelebten) Werte bei erneuten Einstellungsgesprächen auch mit zu kommunizieren. Ich möchte Sie als Arbeitnehmer dazu ermutigen, danach zu fragen. Wenn ein Unternehmer Ihnen nicht sofort eine klare Antwort geben kann, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Unternehmen nur so in den Tag hineinlebt. Ich wäre hier vorsichtig.

Damit wir uns an einem Arbeitsplatz, in einem Unternehmen, in einem Team wohlfühlen und gute Leistung bringen, ist es wichtig, dass die Überschneidung der Werte möglichst hoch ist. Ich kenne einige Unternehmen, da werden Werte wirklich gelebt, diese sind erfolgreich und die Mitarbeiter sprechen in einer guten Art und Weise über das Unternehmen.
Wenn Sie dies auch erreichen wollen, so schreiben Sie mir eine Nachricht.

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldungen!

Jobverlust gleich Wertverlust?

Egal, ob Unternehmer oder Angestellter – viele von uns arbeiten, um sich den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Der eigene Einsatz für ein Unternehmen hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Ein wichtiger Faktor kann die nächst höhergestellte Führungskraft sein, ob und in welcher Weise diese die Leistung des Mitarbeiters wertschätzt.

Lassen Sie mich zur Verdeutlichung beispielhaft eine Geschichte erzählen.

Erst kürzlich führte ich ein Gespräch mit einem Unternehmer. Es handelt sich dabei um den Inhaber eines Küchenstudios. Ich bin in den vielfach immer noch als »neu« bezeichneten Bundesländern beheimatet, genauer in Dresden. Aus diesem Grund überraschte mich in unserem Gespräch eine Situation bezüglich einer der Verkäuferinnen des Küchenstudios.

Im Gespräch stellte sich nämlich heraus, dass diese Verkäuferin bei einer Arbeitszeit von 25 Stunden in der Woche und freier Zeiteinteilung nach meinem Empfinden sehr viel verdiente. Ihr Gehalt befand sich jenseits von 2.500 Euro brutto. Wenn ich bedenke, dass wir in dieser Region immer noch deutlich weniger Verdienst haben als beispielsweise in Stuttgart oder Düsseldorf, ist das nach meiner Auffassung für eine Teilzeitstelle eine sehr hohe Vergütung. Mittlerweile ist diese Mitarbeiterin nicht mehr in dem Unternehmen beschäftigt. Daher habe ich mir die Frage gestellt:

Was macht es mit uns, wenn wir unseren Job dann einmal verlieren? Oder andersherum: uns gegen einen Job entscheiden?

Beschäftigung ist ein Austausch von Werten.

Doch was sind Werte überhaupt?

Viele kennen ihre Werte nicht, auch wenn sie danach leben. Um es kurz zu sagen: Werte sind Eigenschaften, die wir als wertvoll erachten. Wenn ich irgendwo arbeite, also beschäftigt sein möchte, treffe ich eine Entscheidung. Nämlich, ob es mir diese Arbeitsstelle Wert ist, dass ich meine Zeit dafür investiere, ob sie mich meinem Ziel des Lebensunterhaltes näher bringt, ob es mir möglich ist, mich zu verwirklichen etc. Selbiges fragt sich der Unternehmer: Hilft mir diese Mitarbeiterin oder dieser Mitarbeiter dabei, mein Unternehmen nach vorne zu bringen? Und daher ist eine Arbeitsstelle aus meiner Sicht ein Austausch von Werten.

Falls ich eine Arbeitsstelle aufgebe oder auch aufgegeben bekomme, dann ist das aus der jeweiligen Sicht des Gegenübers fair. Die Leistung, die diese Mitarbeiterin aus dem Beispiel erbracht hat und die Leistung, die sie dafür bekommen hat, waren nicht im Ausgleich. Ist das der Fall, ist der Umgang nicht mehr fair. Bedeutet, wenn wir außerhalb dieses »Fair-Haltens« sind, treffen wir eine Entscheidung, z. B. dass man sich trennt.

Ich bin der Überzeugung, dass wenn wir etwas mit Lust und Engagement machen, wir die fairen Ergebnisse erhalten, die wir verdienen. Wenn also ein Arbeitgeber oder Arbeitnehmer sich von dem Job verabschiedet, dann ist aus seiner Sicht heraus die Werthaltigkeit nicht gegeben.

Falls mir das mehrfach widerfährt und ich dennoch in einem Beschäftigungsverhältnis sein möchte, habe ich mir nun die Frage zu stellen: Wie schaffe ich es meinen Wert für andere zu erhöhen? Den eigenen Wert zu erhöhen, meint wertvoller zu werden. Wertvoller bedeutet demnach, sich seiner Werte bewusst zu werden, denn dann fällt auch die Wahl für den richtigen Arbeitsplatz leichter. Ich kann dann schnell erkennen, ob ein Arbeitgeber für mich der Richtige ist. Falls sich unsere Wertvorstellungen stark unterscheiden, ist es sinnvoll, sich einen anderen Arbeitsplatz zu suchen.

Oder aber, ich erhöhe meinen Wert dahingehend, dass ich mich selbstständig mache und andere Menschen davon überzeuge, was mein Wert wirklich darstellt. Dafür muss ich aber natürlich meine eigenen Werte kennen.

Kennen Sie denn Ihre?

Führen, ohne zu verlieren

Egal, wie groß ein Unternehmen ist, Menschen richtig und effektiv zu führen,ist eine Königsdisziplin …

Nicht nur große Unternehmenslenker müssen sich dieser Herausforderung stellen und Verhalten ändern, dieses trainieren und Lösungen entwickeln, sondern das gilt auch im „Kleinen“. Studien kommen immer wieder zum Schluss, dass die Unternehmensprofitabilität auf die Art der Unternehmensführung zurückzuführen ist. Kürzlich ergab erst eine Studie von Mercer Beratung, dass 70 Prozent der befragten Top-Manager, Führungskräfte und Experten glauben, dass die Führung einen entscheidenden Einfluss auf die Profitabilität eines Unternehmens hat. Dies bedeutet: Effektive Führung – ohne zu verlieren – will gelernt sein.

Das ist nicht nur in Unternehmen so, sondern auch – und da ist es teilweise noch viel schwieriger – in Netzwerken. Warum gute Führung dort schwieriger ist? Weil Netzwerke oftmals aus Menschen bestehen, die in keinem Abhängigkeitsverhältnis zueinander stehen. Ein Netzwerk oder eine Gruppierung aus selbstständigen Unternehmern zu führen, die nicht weisungsgebunden sind, ist also eine große Herausforderung.

Ich bin Teil eines Netzwerks mit verschiedenen Gruppierungen. Eine dieser Gruppierungen hat sich in den letzten eineinhalb Jahren besonders ausgezeichnet, weil sie sehr zufriedene Mitglieder hatte, steigende Umsätze verzeichnete und insgesamt eine wirklich gute Performance hinlegte – eine bessere als bei allen anderen. Und Mitglieder dieser Gruppierung sind natürlich nicht weisungsgebunden …

Vor Kurzem hatte ich das Vergnügen mit dem Vorsitzenden dieser Gruppierung ein Gespräch zu führen. Ich fragte ihn nach seinem Geheimnis. Seinem geheimen Trick für diese gute Führung, der seine Gruppierung so erfolgreich macht.
Er sagte mir: „Es gibt drei Bereiche: Der erste ist Disziplin, der zweite Respekt und der dritte Bereich ist die Nachhaltigkeit.“ Und obwohl seine Gruppierung aus nicht weisungsgebundenen Unternehmern bestand, hat er es geschafft, mittels der drei Merkmale Disziplin, Respekt und Nachhaltigkeit die richtigen Stellschrauben zu finden, um positive Ergebnisse zu erzielen.

Disziplin heißt nicht, jemanden immer wieder mit dem erhobenen Zeigefinger zu ermahnen. Disziplin heißt, auf eine liebevolle und dennoch ganz klare Art und Weise den Menschen aufzeigen, dass ein bestimmtes Verhalten möglicherweise falsch ist.

Respekt ergibt sich aus der Art und Weise, mit der ich mit anderen Menschen kommuniziere. Also sie z. B. nicht zu ermahnen, sondern sie mitzunehmen und in die Reflexion zu führen über das, was passieren kann, wenn sie so weitermachen und ob dies für die Allgemeinheit von Nutzen ist. Es geht darum, wirklich zu kommunizieren, zu reden und nach Gründen zu fragen und eigene Gründe zu erläutern.

Nachhaltigkeit bedeutet Aktivität. Nachhaltigkeit stellt Fragen wie: Was tue ich dafür, damit die Beziehungen nachhaltig sind? Was kann ich tun, damit das Ergebnis, das Ziel, nachhaltig ist? Wie erreiche ich es, dass alle Teilnehmer nachhaltig das Ziel erreichen, das sie erreichen wollen?

Wenn ich alle diese Maßnahmen beachte, dann bekomme ich faire Ergebnisse. Wenn ich alle diese Maßnahmen beachte, kann ich gut und effektiv führen. Ich kann fair führen und somit auch die Profitabilität steigern. So wie in dem beschriebenen Fall geschehen.

Viel Erfolg beim Ausprobieren!
Ich freue mich über Ihre Anmerkungen.

Die andere Seite der Trauer

Der Verlust eines geliebten Menschen ist immer hart. Er trifft uns oftmals unvorbereitet und schmerzt. Ich habe meinen besten Freund, Wegbegleiter und sicherlich einen der wichtigsten Menschen in meinem Leben im Jahr 2005 verloren. Es handelt sich dabei um meinen Vater, der auf einem Tennisplatz in Spanien verstorben ist.

12. Juni 2005. Ich sitze im Flugzeug nach Alicante. Sitzplatz 17 A. Es ist der Tag »danach«. Heute würde ich sagen, es war Tag 1 nach dem tödlichen Herzinfarkt meines Vaters.

In Endlosschleife höre ich die Lieder »Mein Weg« und »Abschied nehmen« von Xavier Naidoo und Herbert Grönemeyer. Beide Sänger behandeln in diesen Liedern den Verlust von Menschen. Während ich diese Lieder immer wieder höre, fühlt es sich für mich so an, als würden die Wolken auf die Seite gehen. Mir wird plötzlich ganz klar, was der Sinn dahinter ist, warum mein Vater von uns gegangen ist. Denn ich glaube fest daran, dass alles in unserem Leben aus einem bestimmten Grund passiert und einen Sinn hat.

In meinem speziellen Fall war der Sinn eigene Entscheidungen zu treffen, meinen eigenen Weg zu finden und zu gehen. Nicht mehr die Entscheidungen von anderen abhängig zu machen. Nicht mehr die Ratschläge von anderen als Grundlage zu verwenden, um Entscheidungen zu treffen. Das habe ich früher sehr häufig getan. Diese Erkenntnis klingt so banal, doch für mich war sie extrem wichtig. Mein Vater war mein Vorbild, insbesondere im geschäftlichen Bereich. Daher folgte ich seinen Ratschlägen, oftmals ohne zu reflektieren, ob diese auch meinen Wünschen und Vorstellungen entsprachen.

Mit dieser Erkenntnis und mit der Zeit wurden aus dem Schmerz und der Traurigkeit schließlich Dankbarkeit, Hoffnung und Zuversicht. Auch wenn ich es im Laufe des Lebens immer mal wieder vergessen hatte – wenn ich neue Entscheidungen treffen muss, denke ich stets daran zurück.

Eine der Fragen, die ich mir damals stellte – und ich glaube auch sehr viele Menschen stellen sich diese –, ist: Warum? Warum passiert das jetzt? Warum geht dieser Mensch jetzt?

Aus meiner Erfahrung neigen sehr viele Menschen dazu, in dieser Warum-Frage zu bleiben. Eine Warum-Frage ist jedoch immer auf die Vergangenheit gerichtet. Wir leben – daher sollten wir die Frage in eine Wozu-Frage verändern. Eine Wozu-Frage ist auf die Zukunft ausgerichtet.

Wozu nützt mir das? Und wenn ich mir diese Frage einmal eingehämmert habe und es schaffe, mental loszulassen, dann kommen auch die Antworten – völlig automatisch.

Glauben Sie mir nicht? Probieren Sie es aus. Ich freue mich auf Ihr Feedback.

Alles in Scherben – wenn eine Beziehung in die Brüche geht …

Wenn eine Ehe oder eine Beziehung in die Brüche geht, dann bleiben immer Scherben übrig, weil im wahrsten Sinne des Wortes etwas zerbricht. Liebe, Vertrauen und Zukunftspläne beispielsweise.

Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich eine Ehe und eine Lebenspartnerschaft stets mit dem Ziel eingegangen bin, sie für immer aufrecht erhalten zu können. Leider sind die beiden Modelle für mich jeweils gescheitert. Gescheitert dahingehend, dass sie nicht zu Ende durchgeführt werden konnten.

Ist ein Scheitern wirklich ein Scheitern?
Die Frage, die ich mir dabei stelle, ist, sind sie wirklich gescheitert? Oder ist es – wenn eine Beziehung nach langer Zeit zu Ende und auseinandergeht, weil sich die Menschen unterschiedlich entwickelt und auseinandergelebt haben – einfach nur ein weiterer Schritt auf der persönlichen Entwicklung? Insofern wäre das Ende einer Beziehung vielleicht kein Scheitern …

So oder so, ich für meinen Teil bin für beide Beziehungen sehr, sehr dankbar. Aus meiner Ehe sind zwei Kinder entstanden. Meine ehemalige Frau und ich können trotz allem immer noch sehr gut miteinander umgehen.

Es war doch alles anders geplant …
Natürlich ist es so, dass, wenn du eine Beziehung abbrichst oder abbrechen musst, du dabei einen Gesichtsverlust durchlebst. Weil du denkst: „Das war doch eigentlich alles ganz anders geplant“. Gesellschaftlich hingegen ist es heutzutage sogar normal, wenn Beziehungen beendet werden. Über die Hälfte der Ehen werden wieder geschieden.

Für einige Menschen ist eine Trennung erst einmal wie ein Loch, in das sie hineinfallen. Um darüber hinwegzukommen und einen Neustart zu beginnen, ist es aus meiner Sicht wichtig, Beziehungen wie Trennungen als Geschenke dankbar anzunehmen.

Darüber hinaus spielt es eine Rolle wie die Beziehung auseinandergegangen ist. Kann es wirklich sein, dass sich Menschen gar nichts mehr zu sagen haben? Kann es wirklich sein, dass ehemalige Paare sich zerfleischen? Wenn ja, warum ist das so?

Ist es die Enttäuschung, also das Ende der Täuschung, weil ein nahestehender Mensch andere Werte und Sichtweisen hat und ich selber dies nicht erkannt habe? Ist es, weil ein von mir geliebter Mensch nun andere Menschen in dem Umfeld hat, die einen größeren Einfluss haben?

Beziehungen sind Geschenke
Meiner Ansicht nach sollten auch Beziehungen und Trennungen dankbar angenommen werden. Immerhin haben wir die Person, mit der wir die Beziehung geführt haben, geliebt. Was hat dazu geführt, dass es so ist, wie es ist und was soll das Leben mir sagen? Welchen Anteil habe ich an dieser Situation? Wo kann ich mich weiter entwickeln?

Wenn ich diese Fragen beantworten kann, dann kann ich anfangen mit mir meinen inneren Frieden zu schließen.

Seien wir also dankbar für das Geschenk, was uns das Leben gemacht hat und nicht nur sauer auf die andere Person. Schließlich haben wir diese für uns einmal gewählt.

 

Verlust der eigenen »blinden Flecken«

Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, wann ein Mensch wirklich »echt« ist? Und was ist überhaupt »echt«? Echt ist ein Mensch doch, wenn die Wahrnehmung eines Menschen in der Öffentlichkeit und im Privaten identisch ist. Wenn er also ohne Maske lebt. Das hört sich eigentlich ganz einfach an und ist manchmal doch so komplex.

Meistens glauben wir zu wissen, wer wir sind. Und doch erleben viele Menschen immer wieder Situationen, in denen sie das eben nicht genau wissen und sich ihrer eigenen Echtheit und ihres eigenen Naturells unsicher sind. Ich selbst kenne diese Situationen und diese Unsicherheiten …

Diese Unsicherheiten entstehen unter anderem, weil sich die Fremdwahrnehmung und unsere eigene Wahrnehmung unserer Person unterscheiden: Äußerlich werden wir anders wahrgenommen, als wir uns selbst sehen. Dies wird in der Psychologie als »blinder Fleck« bezeichnet. Zum Beispiel nehmen mich die meisten Menschen als einen sehr strukturierten Menschen wahr, was ich für mich in meiner Welt nun überhaupt nicht bin.

Warum versuchen wir, unser Fremdbild aufrecht zu erhalten?
Warum ist das so? Warum versuchen wir Menschen manchmal die Annahmen und Fremdwahrnehmungen zu bestätigen und aufrechtzuerhalten, auch wenn es gar nicht zu unserer Identität passt? Warum versuche ich beispielsweise, mein strukturiertes Fremdbild aufrechtzuerhalten? Was bringt es mir, dieses nach außen zu bringen, wobei ich doch innerlich auch damit kämpfen muss, wirklich strukturiert zu sein?

Wenn ich zurückdenke und reflektiere, dann fällt mir auf, dass ich oftmals in der Jugendzeit und im jungen Erwachsenenalter dazu animiert wurde, ruhig zu sein, zurückhaltend zu sein, erstmal zu überlegen. Das führte dann dazu, dass ich in verschiedenen Situationen extrem viel nachdenke und mir dadurch sehr stark im Weg stehe. Warum? Weil mein Naturell eigentlich ein anderes ist. Geht es Ihnen vielleicht auch manchmal so? Vielleicht kennen Sie solche Situationen?

Wie ist es möglich entsprechend des eigenen Naturells zu leben?
Wie können wir »echt« sein? Ich habe festgestellt, dass ich meine Gefühle lange Zeit nicht gelebt habe. In meiner Vergangenheit wurde alles von meinem Kopf dominiert. Meine Gefühle habe ich unterdrückt, nicht wahrgenommen, nicht gelebt. Das ist heute glücklicherweise anders. Zwar nicht immer, dennoch nehme ich meine Gefühle wesentlich häufiger wahr. Dabei sind Gefühle ein Gradmesser für unser Handeln, für richtiges Handeln. Und richtiges Handeln entspricht unserem Naturell. Weil es für uns stimmig und echt ist.

Sich Zeit nehmen
In Situationen, die knifflig sind oder in denen ich befürchte, etwas falsch zu machen, nehme ich mir bewusst die Zeit, in mich hineinzuhören. Ich mache das so, dass ich wirklich gedanklich meinen Bauch und mein Herz frage: „Wie stehst Du dazu?“ Zwickt oder zwackt etwas, ist für mich Vorsicht geboten. Was sind eure blinden Flecken? Und wie bearbeitet ihr diese und vor allen Dingen wie schafft ihr es, diese sichtbar zu machen?

Kraft tanken durch Alleinsein – warum wir die Beziehung zu uns selbst pflegen sollten

Es ist ein dunkler Herbstabend und ich fahre mit dem Auto auf der Autobahn. Ich bin völlig in Gedanken. Ich erinnere mich an Menschen aus meinem Umfeld, an Menschen, mit denen ich zusammen war. Ich erinnere mich an Freude und daran, wie ich Spaß hatte. Und dennoch gibt es dann Momente so wie diesen, in denen ich mich irgendwie alleine fühle.

Weil niemand wirklich da ist. Weil niemand in der Nähe ist, mit dem ich mich austauschen oder mit denen ich gewisse Dinge teilen könnte.

Und auch das ist fair. Und es kommt aus dem Verlust heraus mit Menschen umgehen zu können. Mit Menschen Freundschaften aufbauen zu können. Mit Menschen Beziehungen pflegen zu können.

In diesen Momenten ist es für mich und für jeden, der diese nachdenklichen und manchmal vielleicht traurigen Momente erlebt, wichtig, sich über seine Situation klar zu werden und wieder klare Sicht zu haben. Klarwerden darüber, was uns eigentlich antreibt.

• Warum sind wir hier?
• Warum machen wir dieses oder jenes?
• Was sind unsere Motivationen?
• Was sind unsere Aufgaben?
• Erachten wir diese als sinnvoll?
• Worin erkennen wir für uns persönlich Sinn?
• Warum ist die Situation so, wie sie ist?

Erkenntnis bringt Zuversicht und Freude
Die Antworten auf diese Fragen finden wir nicht im Außen. Wir finden sie nicht bei anderen, weil andere dieses oder jenes gemacht haben. Wir können nur die Antworten nur im Innen finden, indem wir fragen, was uns dahin gebracht hat.
Wenn wir schließlich Antworten auf unsere Fragen finden, können wir aus der Erkenntnis wieder Freude und Zuversicht erhalten. Diese Antworten sind wie Scheibenwischer – wir erhalten wieder klare Sicht auf das, was wichtig ist. Genau darum geht es: Die Freude, sich die Lust auf Dinge wieder zurückzuholen, um fair und lustvoll durchs Leben gehen zu können.

Die Beziehung zu uns selbst pflegen
Diese Situationen und Momente, in denen wir alleine sind, so wie ich an diesem dunklen Herbstabend im Auto, eröffnen uns Chancen, um über uns zu reflektieren und daraus neue Kraft und Freude zu ziehen. Die Beziehung zu uns selbst, sollten wir daher regelmäßig pflegen. Vielleicht fragst du dich jetzt, wie so etwas gehen soll? Ich persönlich meditiere, andere Menschen gehen zum Sport, wieder andere gehen alleine im Wald spazieren. Mache das, was für dich am besten passt und für dich den größten Benefit liefert.

Was ist also das, was dich am meisten antreibt? Was ist das, worauf du am meisten Lust hast? Und wenn du Lust auf etwas verspürst? Stell dir die Frage – wie komme ich da hin? Wie kann ich das umsetzen? Wie schaffe ich es diese Lust zu stillen, diese Freude immer wieder zu erreichen, um positive Gefühle zu bekommen?

Vorwärtskommen durch Einsicht

Wie beeinflussen uns eigentlich unsere Gefühle? Was führt eigentlich dazu, dass es Dinge im Leben gibt, die schön sind, die »besser« sind, als alles andere bisher, die uns positiv stimmen? Mir fällt das jeden Morgen immer wieder aufs Neue auf, wenn ich meditiert habe.

Meditation verhilft mir zwar nicht unbedingt dazu, die Dinge klarer zu sehen, aber Meditation verhilft in jedem Fall dazu, die täglichen Dinge des Lebens ruhiger und gelassener anzugehen. Und allein das ist in unserer jetzigen Zeit unheimlich viel wert!

Ein Beispiel aus meiner Vergangenheit
Ich erinnere mich an ein Seminar, welches ich im Jahr 2015 besucht habe: »Vipassana« – eine alte indische, buddhistische Mediationsform. Bei diesem Seminar ging es darum, 10 Tage zu meditieren und zwar etwa 12 bis 14 Stunden am Tag. Das war eine sehr spannende Erfahrung für mich.

Der Philosophie des Vipassana nach sind sämtliche Emotionen, die wir im Laufe unseres Lebens fühlen, entwickeln, erhalten, in unserem Körper gespeichert. Durch das Meditieren sind wir in der Lage, all diese Emotionen – all die negativen, die dunklen Dinge wie auch die hellen und positiven – zu erkennen und festzuhalten. Vipassana bedeutet nämlich „Einsicht“.

Einsicht, Klarsicht, Weitsicht
Es geht darum, die Dinge, die uns widerfahren, die wir in unsere Körper aufgenommen haben, diese Gefühle zu bearbeiten, den Körper wirklich als einen Resonanzkörper zu betrachten, der widerspiegeln kann, wie es einem geht. Der Körper zeigt, ob es einem wirklich gut geht oder ob einem in einem bestimmten Zusammenhang, in einer bestimmten Hinsicht noch etwas fehlt.

Insofern muss ich vielleicht meine Aussage revidieren, dass Mediation keine Klarheit bringe. Denn durch dieses Betrachten der eigenen Gefühle in der Vipassana-Meditation lässt sich erkennen, was wir in uns haben und noch brauchen, um ein (noch) glücklicheres Leben zu führen. Einsicht bringt Klarsicht und Klarheit auf den Ist-Zustand und Weitsicht auf das, was wir brauchen und was noch kommt.

Für ein besseres Leben
Und wenn das das Ziel ist, das Leben besser werden zu lassen, als es bisher war, dann freue ich mich, wenn Sie mir mitteilen, was Ihre Herausforderungen sind, und wie Sie sie lösen möchten. Ich bin Ihr Sparringspartner und bin für Sie da, um Ihnen zu helfen, dass Sie vorwärtskommen. Denn das ist meine persönliche Mission.

Beziehungsweise – Umgang mit ehemaligen Lebenspartnern

Man liebt sich, man liebt sich nicht. Aus ganz nah wird auf einmal ganz fern. Wie gehen wir eigentlich damit um, wenn eine Beziehung auseinandergegangen ist?

Ich kenne so viele Menschen, die in einer Beziehung waren, die dann irgendwann einmal auseinandergegangen ist. Mich hat das natürlich auch betroffen, denn ich war auch mal verheiratet. Klar, das Ende einer Liebe und einer Beziehung schmerzt, eine Trennung ist ein Verlust, den wir verarbeiten müssen. Dem ehemaligen Partner dann freundlich, respektvoll und fair zu begegnen, fällt vielen nicht leicht.

In meinem persönlichen wie auch in meinem beruflichen Alltag erlebe ich es sehr, sehr häufig, dass Menschen dann einfach gar nicht mehr miteinander reden und umgehen können. Oder aber, dass sie nicht aufhören können, einander stetig zu provozieren. Wie kommt es dazu? Schließlich ist ein Stück des Lebens gemeinsam gegangen.

Auch ich habe zwei sehr lange Beziehungen hinter mir. Mit einer Frau war ich verheiratet, mit einer anderen habe ich eine Lebenspartnerschaft geführt. Beide Beziehungen endeten völlig unterschiedlich.

Während ich mit meiner ehemaligen Frau, mit der ich auch zwei Kinder habe, heute noch reden kann, und wir uns – nicht nur wegen der Kinder – noch in die Augen schauen können, fällt das bei der ehemaligen Lebenspartnerin wesentlich schwerer. Und das liegt nicht zwingend daran, dass wir keine gemeinsamen Kinder haben, sondern eher daran, dass wir Menschen einfach nicht in der Lage sind zu erkennen, was tatsächlich gewesen ist.

Wir sind mit einem Menschen zusammen (gewesen), weil wir diese Person lieben. Und wir sind meistens sogar länger in einem positiven Gefühl mit diesem Partner als in einem negativen. Und dennoch konzentrieren wir uns im Nachhinein oft nur auf das Negative und sagen, was alles Mist war. Wir erkennen nicht, welche Chancen sich uns ergeben und geboten hatten. Wir erkennen nicht, welche Zeit wir oftmals zusammen schön durchs Leben gegangen sind. Wir sehen immer nur die negativen Dinge.

Doch genau darin liegt auch die Chance für einen Neuanfang: Eine Chance zu erkennen, was die Beziehung und die Trennung uns sagen soll. Warum ging die Beziehung auseinander? Was ist mein Beitrag dazu? Reflektieren – was habe ich falsch gemacht? Und im nächsten Schritt überlegen, was ich in Zukunft besser machen könnte – und es natürlich auch umsetzen. Denn machen wir uns bitte klar: Auch diese Beziehung war fair. Es sind immer zwei Menschen die eine Situation so herbeiführen wie sie dann ist.

Um die Welt ein Stückchen besser zu machen, würde ich mir wünschen, dass es uns einfach gelingt, diese positiven Dinge wirklich zu sehen, in den Fokus zu rücken, um damit einfach das Leid und die Aggressivität, die wir in unserer Gesellschaft haben, ein klein wenig zu minimieren. Und dies ist keine Frage von Geld, dies ist einfach eine Frage von Einstellung.