Führen, ohne zu verlieren

Egal, wie groß ein Unternehmen ist, Menschen richtig und effektiv zu führen,ist eine Königsdisziplin …

Nicht nur große Unternehmenslenker müssen sich dieser Herausforderung stellen und Verhalten ändern, dieses trainieren und Lösungen entwickeln, sondern das gilt auch im „Kleinen“. Studien kommen immer wieder zum Schluss, dass die Unternehmensprofitabilität auf die Art der Unternehmensführung zurückzuführen ist. Kürzlich ergab erst eine Studie von Mercer Beratung, dass 70 Prozent der befragten Top-Manager, Führungskräfte und Experten glauben, dass die Führung einen entscheidenden Einfluss auf die Profitabilität eines Unternehmens hat. Dies bedeutet: Effektive Führung – ohne zu verlieren – will gelernt sein.

Das ist nicht nur in Unternehmen so, sondern auch – und da ist es teilweise noch viel schwieriger – in Netzwerken. Warum gute Führung dort schwieriger ist? Weil Netzwerke oftmals aus Menschen bestehen, die in keinem Abhängigkeitsverhältnis zueinander stehen. Ein Netzwerk oder eine Gruppierung aus selbstständigen Unternehmern zu führen, die nicht weisungsgebunden sind, ist also eine große Herausforderung.

Ich bin Teil eines Netzwerks mit verschiedenen Gruppierungen. Eine dieser Gruppierungen hat sich in den letzten eineinhalb Jahren besonders ausgezeichnet, weil sie sehr zufriedene Mitglieder hatte, steigende Umsätze verzeichnete und insgesamt eine wirklich gute Performance hinlegte – eine bessere als bei allen anderen. Und Mitglieder dieser Gruppierung sind natürlich nicht weisungsgebunden …

Vor Kurzem hatte ich das Vergnügen mit dem Vorsitzenden dieser Gruppierung ein Gespräch zu führen. Ich fragte ihn nach seinem Geheimnis. Seinem geheimen Trick für diese gute Führung, der seine Gruppierung so erfolgreich macht.
Er sagte mir: „Es gibt drei Bereiche: Der erste ist Disziplin, der zweite Respekt und der dritte Bereich ist die Nachhaltigkeit.“ Und obwohl seine Gruppierung aus nicht weisungsgebundenen Unternehmern bestand, hat er es geschafft, mittels der drei Merkmale Disziplin, Respekt und Nachhaltigkeit die richtigen Stellschrauben zu finden, um positive Ergebnisse zu erzielen.

Disziplin heißt nicht, jemanden immer wieder mit dem erhobenen Zeigefinger zu ermahnen. Disziplin heißt, auf eine liebevolle und dennoch ganz klare Art und Weise den Menschen aufzeigen, dass ein bestimmtes Verhalten möglicherweise falsch ist.

Respekt ergibt sich aus der Art und Weise, mit der ich mit anderen Menschen kommuniziere. Also sie z. B. nicht zu ermahnen, sondern sie mitzunehmen und in die Reflexion zu führen über das, was passieren kann, wenn sie so weitermachen und ob dies für die Allgemeinheit von Nutzen ist. Es geht darum, wirklich zu kommunizieren, zu reden und nach Gründen zu fragen und eigene Gründe zu erläutern.

Nachhaltigkeit bedeutet Aktivität. Nachhaltigkeit stellt Fragen wie: Was tue ich dafür, damit die Beziehungen nachhaltig sind? Was kann ich tun, damit das Ergebnis, das Ziel, nachhaltig ist? Wie erreiche ich es, dass alle Teilnehmer nachhaltig das Ziel erreichen, das sie erreichen wollen?

Wenn ich alle diese Maßnahmen beachte, dann bekomme ich faire Ergebnisse. Wenn ich alle diese Maßnahmen beachte, kann ich gut und effektiv führen. Ich kann fair führen und somit auch die Profitabilität steigern. So wie in dem beschriebenen Fall geschehen.

Viel Erfolg beim Ausprobieren!
Ich freue mich über Ihre Anmerkungen.