Jobverlust gleich Wertverlust?

Egal, ob Unternehmer oder Angestellter – viele von uns arbeiten, um sich den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Der eigene Einsatz für ein Unternehmen hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Ein wichtiger Faktor kann die nächst höhergestellte Führungskraft sein, ob und in welcher Weise diese die Leistung des Mitarbeiters wertschätzt.

Lassen Sie mich zur Verdeutlichung beispielhaft eine Geschichte erzählen.

Erst kürzlich führte ich ein Gespräch mit einem Unternehmer. Es handelt sich dabei um den Inhaber eines Küchenstudios. Ich bin in den vielfach immer noch als »neu« bezeichneten Bundesländern beheimatet, genauer in Dresden. Aus diesem Grund überraschte mich in unserem Gespräch eine Situation bezüglich einer der Verkäuferinnen des Küchenstudios.

Im Gespräch stellte sich nämlich heraus, dass diese Verkäuferin bei einer Arbeitszeit von 25 Stunden in der Woche und freier Zeiteinteilung nach meinem Empfinden sehr viel verdiente. Ihr Gehalt befand sich jenseits von 2.500 Euro brutto. Wenn ich bedenke, dass wir in dieser Region immer noch deutlich weniger Verdienst haben als beispielsweise in Stuttgart oder Düsseldorf, ist das nach meiner Auffassung für eine Teilzeitstelle eine sehr hohe Vergütung. Mittlerweile ist diese Mitarbeiterin nicht mehr in dem Unternehmen beschäftigt. Daher habe ich mir die Frage gestellt:

Was macht es mit uns, wenn wir unseren Job dann einmal verlieren? Oder andersherum: uns gegen einen Job entscheiden?

Beschäftigung ist ein Austausch von Werten.

Doch was sind Werte überhaupt?

Viele kennen ihre Werte nicht, auch wenn sie danach leben. Um es kurz zu sagen: Werte sind Eigenschaften, die wir als wertvoll erachten. Wenn ich irgendwo arbeite, also beschäftigt sein möchte, treffe ich eine Entscheidung. Nämlich, ob es mir diese Arbeitsstelle Wert ist, dass ich meine Zeit dafür investiere, ob sie mich meinem Ziel des Lebensunterhaltes näher bringt, ob es mir möglich ist, mich zu verwirklichen etc. Selbiges fragt sich der Unternehmer: Hilft mir diese Mitarbeiterin oder dieser Mitarbeiter dabei, mein Unternehmen nach vorne zu bringen? Und daher ist eine Arbeitsstelle aus meiner Sicht ein Austausch von Werten.

Falls ich eine Arbeitsstelle aufgebe oder auch aufgegeben bekomme, dann ist das aus der jeweiligen Sicht des Gegenübers fair. Die Leistung, die diese Mitarbeiterin aus dem Beispiel erbracht hat und die Leistung, die sie dafür bekommen hat, waren nicht im Ausgleich. Ist das der Fall, ist der Umgang nicht mehr fair. Bedeutet, wenn wir außerhalb dieses »Fair-Haltens« sind, treffen wir eine Entscheidung, z. B. dass man sich trennt.

Ich bin der Überzeugung, dass wenn wir etwas mit Lust und Engagement machen, wir die fairen Ergebnisse erhalten, die wir verdienen. Wenn also ein Arbeitgeber oder Arbeitnehmer sich von dem Job verabschiedet, dann ist aus seiner Sicht heraus die Werthaltigkeit nicht gegeben.

Falls mir das mehrfach widerfährt und ich dennoch in einem Beschäftigungsverhältnis sein möchte, habe ich mir nun die Frage zu stellen: Wie schaffe ich es meinen Wert für andere zu erhöhen? Den eigenen Wert zu erhöhen, meint wertvoller zu werden. Wertvoller bedeutet demnach, sich seiner Werte bewusst zu werden, denn dann fällt auch die Wahl für den richtigen Arbeitsplatz leichter. Ich kann dann schnell erkennen, ob ein Arbeitgeber für mich der Richtige ist. Falls sich unsere Wertvorstellungen stark unterscheiden, ist es sinnvoll, sich einen anderen Arbeitsplatz zu suchen.

Oder aber, ich erhöhe meinen Wert dahingehend, dass ich mich selbstständig mache und andere Menschen davon überzeuge, was mein Wert wirklich darstellt. Dafür muss ich aber natürlich meine eigenen Werte kennen.

Kennen Sie denn Ihre?